Wie das Kartenspiel von Japan aus in die einzelnen Länder kam und warum die Serien dort unterschiedlich gezählt werden.
Bandais Antwort auf Pokémon
1999 startet Bandai in Japan mit einem eigenen Sammelkartenspiel, das dem international boomenden Pokémon TCG Konkurrenz machen soll — Starter Set sowie Booster Serie 1 und 2 erscheinen zunächst noch weitgehend einheitlich. Von Anfang an geht es dabei aber wenig konsistent zu: Schon kurz danach beginnen sich die Karten von Land zu Land zu unterscheiden, dazu kommen zahlreiche Miscuts, unsaubere Schnittkanten und selbst innerhalb einer Serie wechselnde Blautöne auf der Kartenrückseite.
Kino-Promos: 12 Motive drüben, nur 8 hier
Zum ersten Digimon-Kinofilm erscheinen Promo-Karten mit den Nummern Mo-01 bis Mo-12. In den USA gibt es alle zwölf Motive, in Deutschland dagegen nur acht: Fünf davon behalten die Mo-Nummerierung, die übrigen drei tragen stattdessen eine Bo-Nummer. Auch die Aufmachung ist innerhalb dieser acht Karten uneinheitlich — mal eckige, mal abgerundete Ecken, mal hellblaue, mal die sonst übliche dunkelblaue Rückseite.
Aus in Deutschland, 3D-Neustart in den USA, Frankreich hält durch
Nach nur zwei Booster-Serien wird die deutsche Ausgabe eingestellt. In den USA läuft die Reihe weiter, allerdings mit einem komplett neuen — und bei Sammlern von Anfang an unbeliebten — 3D-Modell-Design (Booster Serie 3 bis 6). Frankreich bleibt dem ursprünglichen Design zunächst treu und bringt noch ein bis zwei weitere Booster-Serien sowie ein Mega Pack heraus, wechselt aber ab 2001 mit der Street-Starter-Serie (Jd-125 ff.) ebenfalls auf 3D. Sogar Schweden bekommt noch etwas vom alten Design ab: Die McDonald's-Happy-Meal-Promo enthält als St-Karten einen ins Englische übersetzten Ausschnitt aus der französischen Booster Serie 3. Die französischen 2D-Originale zählen heute zu den teuersten und seltensten Karten der gesamten Reihe — und machen, weil auf Englisch, auch die schwedischen Karten zu gesuchten Raritäten.
Cerealien und CD-Beilagen
Auch abseits der Hauptserie gibt es nationale Eigenheiten: England bekommt mit den Cerealien-Promos (Cp-) eine eigene, nur über Müslipackungen erhältliche Ausgabe mit englischsprachigen Digirittern — ähnlich den deutschen CD-Beilagen-Promos (Fx-), die ebenfalls die Digiritter zeigen und bis heute sehr gefragt sind.
Vom Ladenhüter zur Rarität
Ironischerweise sind es gerade die einst unbeliebten US-3D-Booster, deren Sammlerwert heute explodiert — ein Effekt, den man aus dem Pokémon-Bereich von Sets wie Skyridge oder Aquapolis kennt. Erst kürzlich wechselten drei ungeöffnete Booster der US-Serien 3, 4 und 5 für zusammen 2.400 $ den Besitzer. Als absolute Raritäten gelten daneben die Promo-Karte von Goldramon vom "Digimon Weekend" in den Universal Studios (Un-01) sowie die amerikanische Fx-Fassung der Digiritter.
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